Dürfen Frauen bei gleicher Tätigkeit schlechter bezahlt werden als Männer?

Ingo Ebling

Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Baurecht und Architektenrecht
Vertrauensanwalt des Bauherren-Schutzbund e.V.

 

 

Das Landesarbeitsgericht Mainz (Urteil vom 28.10.2015, AZ 2 Sa 12/14) hat diese Frage verneint. Im vorliegenden Fall hatte der Arbeitgeber in einer Vielzahl von Fällen Frauen über Jahre hinweg bei genau gleicher Tä­tig­keit wegen ihres Geschlechts geringer vergütet als männliche Kollegen.

 

Die Klägerin verlangte den Differenzbetrag auf den Lohnunterschied für die letzten drei Jahre, also in unverjährter Zeit. Nach Ansicht des Landesarbeits­gericht Mainz stellt die ungleiche Entlohnung eine unmittelbare geschlechts­bezogene Ungleichbehandlung dar. Demzufolge musste der Arbeitgeber den Differenzbetrag auf den Lohn nachzahlen.

 

Zu beachten ist, dass gemäß § 15 Abs. 4 AGG ein Anspruch auf gleiche Ver­gütung innerhalb von zwei Monaten nach Kenntnis von der Schlechter­bezahlung schriftlich geltend gemacht werden muss.

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